Adam Schnabler

Adam ist 25 Jahre alt und kommt aus Künzelsau im schönen Hohenloher Land. Dort bilden die malerischen Flüsse Kocher und Jagst sein beliebtes Fotorevier für seine Naturfotografie. Zur Zeit studiert er Realschullehramt mit dem Hauptfach Biologie, wo sich ihm viele Möglichkeiten bieten sein Hobby mit dem späteren Lehrerberuf zu verbinden. Die Naturfotografie bedeutet für Adam das Erleben und Finden besonderer und einzigartiger Momente in der Natur. Seine Bilder sollen dem Betrachter neue Ansichten ihrer Vielfalt zeigen, die man so normalerweise nicht sieht.

 

 






Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Das war vor nun genau 2 Jahren, als ich das erste mal eine Digitalkamera in den Händen gehalten habe …die Geschichte dahinter ist die, das ich einige male einer guten Freundin schöne Naturbilder mit E-Mails mitgeschickt habe, die ich in ihrendwelchen Fotocommunities im Internet gefunden habe. Das hat sie sehr gefreut :-) …Irgendwann packte mich dann der Ehrgeiz, ein solches Bild mal selber zu machen! Ich hatte eine Idee, schnappte die Kamera meines Bruders und ging raus um sie umzusetzen …natürlich nur mit voriger Bedienungserklärung :-). Es machte mir so viel Spaß, mit der Kamera zu experimentieren, dass schließlich nicht mehr davon losgelassen habe und mich bis heute Schritt für Schritt in die Welt der Naturfotografie vorgewagt habe.


Was reizt dich an der Naturfotografie?

Schon immer hat mich die Natur sehr fasziniert und am schönsten ist es für mich, viel draußen zu sein. Es ist einfach mit sehr vielen Gefühlen verbunden, wenn man an der Vielfalt die die Natur zu bieten hat nicht einfach achtlos vorbeigeht, sondern sich die Zeit nimmt und die Ruhe, einen tieferen Einblick in sie zu nehmen. Die Naturfotografie ist neben der Malerei vielleicht das einzigste künstlerische Mittel, um diesen tieferen Einblick und die Gefühle die man beim Staunen über die Natur, auch an andere Menschen zu vermitteln ….oder auch, die Natur immer wieder selbst ganz neu zu erfahren.


Hast Du dich schon an der Portätfotografie versucht ?

nein, außer an mir selbst noch nicht :-D …ich bewundere die Portraitfotografie sehr, ich habe schon sehr viele Bilder gesehen, die mich einfach nur minutenlang zum staunen brachten, aber ich denke, die besonderen Seiten und das Schöne an einem Menschen fotografisch zu interprätieren, bedarf einfach einem anderen “Sinn für die Fotografie” als meinem …das ist schwer zu erklären :-) …es ist genau so, wie man als Sportler einige Sportarten mag und andere wiederum nicht, weil sie einem nicht liegen.


Deine “Sportart” beherrschst du mehr als gut  ; hast du Vorbilder (Fotografen) die dich inspirieren?

Wie jeder, habe ich zu Beginn meiner Fotografie sehr wenig Ahnung davon gehabt, was ein “gutes” Bild eigentlich als solches ausmacht …wie man aus einer einfachen Abbildung ein besonderes Bild macht, welches aus mehr besteht, als nur dem zweidimensionalen Motiv. Es war ein sehr wichtiger Schritt für mich, meine anfänglichen Bilder in einem Forum für Naturfotografen zu zeigen und sich dort jede Menge Kritik und viele gute Tipps zur Verbesserung geben zu lassen! Dort habe ich auch sehr viele andere passionierte Naturfotografen kennengelern, deren Arbeit ich auch heute noch sehr bewundere …die Art auf die sie die Natur zeigen, der unverwechselbare Sill …Alles was mich angesprochen hat, nahm ich mir zum Vorbild und versuchte dies auf meine Weise umzusetzen. Ich hatte also viele Vorbilder, die mir quasi dazu verholfen haben, letztlich meinen eigenen fotografischen Still zu entwickeln.


 



Hast du auch schon schlechte Erfahrungen mit anderen Fotografen gemacht ?

Schlechte Erfahrungen mit anderen Fotografen macht man meistens dann, wenn es um Bildkritik geht :-). Immer wieder erlebt man, wenn man sich die Zeit nimmt das Bild eines anderen Fotografen zu beurteilen und eventuelle Verbesserungsvorschläge zu geben, dass diese sich dann schnell auch persönlich kritisiert fühlen, da sie selbst an dem Bild alles wunderbar finden. Oft hört man sich dann Erklärungen an wie “…das wollte ich aber genau so haben” …dass ärgert dann einen schon, wenn man auf solche Leute stößt …schließlich musste ich in der Vergangenheit auch sehr viel schlechte Kritik aufnehmen und mich von dieser nicht runtermachen lassen, sondern einen konstruktiven Nutzen daraus ziehen. Oft sieht man dann selbst mit der Zeit, wie richtig die Krtitiker mit ihrer Kritik doch lagen :-).


Du triffst sicherlich in Foren auch Fotografen die meinen , dass Bilder nur durch die Kamera enstehen (Technik und nicht durch den Menschen, der diese führt)

Ja sicher, es sind vor allem die, die selbst noch sehr wenig Erfahrung haben. Auch ich dachte anfangs, dass ich unbedingt die beste Kamera und besten Objektive brauche, um so faszinierende Aufnahmen machen zu können …doch auch wenn man mit der Zeit sein teures Objektiv und die teure Kamera hat, begreift man, dass man dadurch nicht unbedingt auch bessere Bilder macht :-). Sehr oft werde ich gefragt, mit welcher Kamera ich fotogrfiere und mit welchem Objektiv ich ein Bild gemacht habe, und das war’s :-) …wobei die grundsätzlichen Fragen eher lauten sollten, zu welcher Tageszeit warst du da unterwegs, wie hast du die Perspektive gewählt, welche Kameraeinstellungen hattest du, usw.  ….der Fotograf macht das Bild, nicht die Kamera, versuche ich ihnen trotzdem noch auf den Weg zu geben ;-).



Mit welchem Equipment machst du deine Aufnahmen? Wenn du dir etwas neues zulegen möchtest -wo sammelst du Erfahrungen- sei es ein Stativ, eine Linse oder eine Fototasche?

Angefangen habe ich vor zwei Jahren mit einer kompakten Fujifilm Finepix S6500 fd. Seit etwa eineinhalb Jahren besizte ich die Canon EOS 450D …eine tolle Kamera! Für Landschaftsaufnahmen habe ich ein 18-55mm Canon Objektiv und für die Makro- und Detailfotografie ein erst kürzlich erworbenes SIGMA 105mm und ein Tamron Telemakro mit 70-300mm Brennweite. Ein sehr wichtiger Teil des Equipments ist das Filtersystem von Cokin (für Grauverlauf) und natürlich ein voll spreizbares Stativ, mit dem ich bis auf Bodenhöhe komme …unentberlich für jeden Makrofotografen ;-). Erfahrungen für neue Anschaffungen sammle ich vorwiegend im Forum. Oftmals sieht man ein tolles Bild und fragt sich, wie der Fotograf diesen Effekt oder eine bestimmte Freistellung erreicht hat …man fragt nach, merkt dass einem also noch was fehlt im Equipment, und kauft es sich ;-).


Hängen deine Arbeiten auch bei dir Zuhause an der Wand?

Ja, in Form eines Kalenders mit meinen Bildern vom letzten Jahr :-). Ansonsten ist es schon sehr witzig, dass meine Bilder vor allem bei anderen (Freunden, Familie) an der Wand hängen, als bei mir zu Hause :-) …das würde aber sicher anders sein, wenn ich nicht so viele schrägen Wände zu Hause hätte (Zimmer im Dachgeschoss) :-).



Entstehen deine Bilder bei dir in der Nähe oder nimmst du auch gerne eine längere Fahrt in kauf?

Fast alle meine Bilder entstehen bei mir in der Nähe …dabei bin ich auch sehr oft mit dem Rad unterwegs ;-). Durch die Fotografie entdeckte ich auch sehr viele schöne Orte und Ecken, die ich bei mir zuvor nie gekannt habe, oder sie mir sonst nie so sehr ins Bewusstsein gestoßen sind. Vielleicht macht auch das für mich die Naturfotografie so besonders, da man vieles um sich herum aus einer ganz neuen Sicht kennenlernt …und auch, wie viel Schönes und faszinierendes sich oftmals direkt vor der Nase abspielt, wenn man z.B. nie die wunderschöne Nebelstimmung mitbekommt, wenn man frühs bis um 9 im Bett liegt :-).


welchen Leitfaden würdest du einem Anfänger in sachen Fotografie mitgeben

Hmmm… das ist gar nicht so einfach, da es ja so viele Dinge gibt auf die man achten sollte …und ich kann jetzt auch nur aus meiner Position als Naturfotograf einen “Leitfaden” geben. Als erstes ist es die Geduld, von der man als Naturfotograf eine ganze Menge braucht …denn was wir ja suchen sind die Augenblicke, in denen sich die Natur uns nicht alltäglich zeigt …und das braucht sehr viel Beobachtung und Zeit des Abwartens. Das zweite ist, dass man bereit sein muss auch mal sehr früh aus dem Bett zu kommen, da die schönsten Momente und das beste Licht, oftmals nur frühs bei Sonnenaufgang zu finden sind …wenn man das aber ein mal miterlebt hat, möchte man eh zu keiner anderen Tageszeit mehr raus :-). Als drittes würde ich sagen, dass man mit nicht nur mit den Augen in die Gegend schaut, sondern vor allem mit Gefühl, viel von Innen heraus …denn ich finde und habe die Erfahrung gemacht, wenn man möchte, dass ein Bild einem anderen genau das Gefühl vermitteln soll, dass man selbst dabei erlebt hat, dann muss man es auch beim Fotografieren spüren, sonst wird das Bild seine eigentliche Wirkung nie richtig entfalten können. Und noch einige Dinge mehr ;-)…


Welche Frage würdest du gerne dem nächsten Fotografen stellen?

Welches für ihn der beeindruckendste und schönste Moment war, denn er als Fotograf erlebt und festgehalten hat.





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