Andre Hofmann

Zeichnen war nie so Recht die ganz große eigene Stärke, deshalb fand Andre Hofmann in der Fotografie das perfekte Medium, um seine Kunst auszudrücken. Seit mehr als drei Jahren widmet sich der 24-Jährige, der in Schwetzingen bei Heidelberg geboren ist, mittlerweile der Fotografie. Der gelernte Fachangestellte für Medien und Informationsdienste arbeitet aktuell in einem Fotostudio für Werbefotografie in Mannheim. Er findet faszinierend, was man mit Bildsprache ausdrücken kann und welche Möglichkeiten der Visualisierung die Fotografie bietet.

 

Foto: Andre Hofmann

 

Wie bist du zur Fotografie gekommen? Mit welcher Kamera hast Du angefangen?

Ausschlaggebend waren Fotos, die ich in einem Grafik-Forum gesehen habe. Ich fand es interessant, wie facettenreich die Fotografie ist. Ich wusste am Anfang ziemlich wenig darüber, kannte keine großen Fotografen oder sonst was in der Art. Trotzdem hat es mich sofort angesprochen. Meine erste Kamera war eine Fujifilm Finepix s6500fd. Ich hatte ein paar Jahre davor schon mal ein paar Wochen mit einer Quelle Digital Kamera rumgespielt, aber ich würde das nicht als ernsthaften Einstieg bezeichnen.

 

Worin unterscheiden sich deine Anfänge der Fotografie von deinen heutigen Arbeiten?

Ich würde sagen, dass ich am Anfang versucht habe, irgendetwas zu schaffen, das mir gefallen hat, aber weder das KnowHow noch die Möglichkeiten hatte, das zu realisieren. Trotzdem war ich felsenfest davon überzeugt, dass das so genau richtig ist. Was ich damit sagen will ist, dass es für mich anfangs schwer war, die doch so wichtige Kritik anzunehmen. Ich habe mir viel Hintergrundwissen sowohl technisch als auch fotografisch angeeignet. Auf den richtigen Weg hat mich ein Praktikum in einem Fotostudio gebracht. Zum einen habe ich viel über Lichtaufbauten, Kundengespräche, Bilder betrachten und Bewerten gelernt. Zum anderen hatte ich immer einen Profi an der Seite, mit dem ich über meine Arbeiten reden konnte und mit dem ich meine Arbeiten konstruktiv bewertete.

 

Welche Erfahrungen konntest während deines Praktikums sammeln? Hast Du andere Facetten kennengelernt, die Du so nicht kanntest?

Die wichtigste Erfahrung, die ich gemacht habe, ist, dass so eine Fotoproduktion gar nicht so läuft wie man sich das eigentlich vorstellt. Das Ganze ist mit jeder Menge Vorbereitung und Nachbereitung verbunden. Die Dinge werden Wochen im voraus geplant und bis ins kleinste Detail getestet. Der Shootingtag an sich ist dann meistens sehr lang und anstrengend. Als Assistent muss man halt ständig auf das Geschehen am Set achten und sehr aufmerksam sein, so dass der Fotograf bei seiner Arbeit so wenig wie möglich gestört wird. Ansonsten habe ich natürlich gelernt wie ein professioneller Lichtaufbau gestaltet wird, die Bilder mit dem Kunden besprochen werden und wie sie anschließend bearbeitet werden. Andere Facetten habe ich auch kennengelernt. Zum Beispiel wie hart das Geschäft als Fotograf ist und auf was man alles zu achten hat, um einen guten Eindruck zu wahren. Das war eine ganz neue Welt für mich, die gar nichts mit Amateur-Fotografie zu tun hatte.

 

 

Verbindest Du mit eines deiner Bilder einen emotionalen Moment?

Das hoffe ich doch. Also es kommt immer darauf an, ob ich die Bilder für mich mache oder nicht, ein bisschen Handschrift ist überall drin. Private Arbeiten haben aber meistens irgendeinen Hintergrund oder einen Gedanke, der mir durch den Kopf geht.

 

Kannst Du mir ein Beispiel nennen?

Meistens hat es was mit Musik zu tun, das ist eigentlich meine Hauptinspirationsquelle. Es ist vielleicht schwierig nachzuvollziehen, aber meistens richte ich die Bildidee nach dem jeweiligen Song aus oder lasse mich davon leiten. Ich weiß, das hört sich ein bisschen wirr an, ich will jetzt auch nicht so ein theatralisches Gefasel loslassen.

 

Mit welchem Equipment fotografierst Du?

Digital: Canon Eos 30d, Canon 50 mm f1,4 Canon 70-200 f 4L Tamron 17-50 mm 2.8
Analog: Kowa Six, Lomo, Voigtländer Bessa R; zum Spaß: Digital Harinezumi 2

 

Beschreibe in einem Satz, was ein Bild für Dich ausmacht.

Es muss kicken.

 

 

Wie würdest du deinen Stil definieren?

Das ist schwierig. Es ist eine Mischung aus Melancholie, Vergänglichkeit, selten glatt und perfekt, ab und an kitschig und verspielt. Mal auf den Punkt, mal nicht, mal ansatzweise greifbar.


Photoshop/Lightroom ist in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Welchen Rolle spielen diese Programme bei deiner Arbeit?

Eine sehr große, ohne die beiden Programme würde bei mir wahrscheinlich gar nichts mehr laufen. Natürlich ist es aber auch wichtig, erstmal ein gutes Foto zu machen und nicht ein schlechtes mit einem guten Look zu retten beziehungsweise es in irgendeine Richtung zu drücken.

 

 

Wo sammelst du Ideen und wodurch lässt du dich inspirieren?

Wie schon erwähnt, sehr viel über Musik. Natürlich lasse ich mich auch von anderen Fotografen inspirieren, wie zum Beispiel Nadav Kander, Ken Kitano oder Mika Ninagawa. Manchmal sind es aber auch einfach Momente, in denen ich Ruhe habe, nachzudenken oder in denen ich auf einmal eine Idee im Kopf habe. Das kann eine schöne Szene in einem Film, eine Landschaft, das Wetter oder auch Emotionen von anderen Menschen oder auch meine eigenen sein. Manchmal sind diese ganzen Sachen auch einfach kleine Ketten, die mich zur eigentlichen Idee bringen.

 

Mit welchen Objektiv fotografierst Du gerne und warum gerade mit diesem?

Das ist ganz unterschiedlich und kommt auch immer auf die Situation an. Am liebsten, glaube ich, das Canon 50 mm 1,4, ich mag aber auch das Tamron für Landschaften sehr gerne, nehme es einfach wie es kommt. Ich mag die Lichtstärke beim 50er, seine Verarbeitung, das Spektrum und die Ergebnisse, die es liefert. Es hat irgendwie seinen ganz eigenen Charme.

 

Hast Du schon etwas für die Zukunft geplant? Was sind Deine nächsten Ziele, die Du in der Fotografie erreichen möchtest? Ausstellung?

Das nächste Ziel ist ein Fotodesign- oder Kommunikationsdesign-Studienplatz. Eine Ausstellung wäre natürlich auch toll.

 

 

Weitere Bilder von Andre findet ihr auf seiner Portfolio-Seite.