Andrea Hübner

Andrea Hübner hat fotografisch schon viele Themenfelder bedient. Angefangen mit der typischen Urlaubs- und Blumenfotografie, widmete sie sich anschließend einige Jahre der Sportfotografie, insbesondere dem Radsport, ehe sie 2007 ihre Leidenschaft für People- und Aktfotografie entdeckte. Derzeit wohnt die 26-Jährige in Mainz, studiert Anglistik und Französisch und betreibt die Fotografie als Hobby. Andrea findet es immer wieder spannend neue Menschen dadurch kennenzulernen. Angefangen hat sie analog, erst als die digitale Technik langsam erschwinglich wurde, wechselte sie ins digitale Lager. Doch noch heute fotografiert sie mit beiden Techniken – Langeweile hat da keinen Platz.

 

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Was war dein erster Gedanke, als du unsere Email erhalten hast ?

Ich habe erstmal auf eurer Seite vorbeigeschaut, da ich euch bisher noch nicht kannte. Aber ich fand die Seite spannend und habe mich gefreut, mitmachen zu dürfen.

 

Welche Beiträge haben dich angesprochen und wieso?

Natürlich haben mich am meisten die Beiträge angesprochen, die sich ebenfalls mit der Portrait- und Peoplefotografie beschäftigen. Ich denke, dass ich aus meinen eigenen Arbeitsbereichen ein größeres Interesse an dieser Art der Fotografie habe und es mich daher auch interessiert, was andere Menschen in diesem Bereich fotografieren und wie sie darüber denken.

 

Ein Großteil deiner Arbeiten zeigt  Portraitfotografie – warum?

Ich finde es sehr spannend verschiedene Menschen und Gesichter festzuhalten. Ich fotografiere nicht nur Portraits, aber seit einiger Zeit tendiere ich doch stark zur Menschenfotografie, da sie so viele unterschiedliche Facetten hat und es mir dort nie langweilig wird. Außerdem macht es mir sehr viel Spaß immer wieder neue Menschen zu treffen und viele meiner Modelle sind inzwischen zu guten Freunden geworden. Erfahrungen, die ich nicht mehr missen möchte.

 

Wie kommst du zu deinen Ideen?

Ich bin sehr viel in Communities und auf Fotoseiten unterwegs, die mich sehr stark inspirieren. Oftmals bringen mich diese Bilder dann auf Ideen, die ich dann beim jeweiligen Shooting mit dem Modell umsetze. Dabei versuche ich immer den Typ und die Persönlichkeit des Modells mit einzubringen und auch die Location des Shootings fließt in diesen Prozess mit ein. Andere Ideen kommen natürlich auch durch bestimmte Locations erst auf, so dass ich mir dann vornehme dort einmal zu fotografieren. Meistens habe ich jedoch nur eine grobe thematische Vorstellung im Kopf, die ich dann individuell umsetze und der Rest entsteht spontan vor Ort.

 


 

Arbeitest du gerne im Studio oder liegt dir das freie Arbeiten in der Natur mehr?

Ich arbeite auch Indoor, aber eigentlich nur mit available light. Ich habe zwar erste Versuche im Studio hinter mir, allerdings habe ich schnell festgestellt, dass mir das sterile Licht einfach nicht so gut gefällt wie natürliches Licht. Daher nutze ich, wenn immer möglich available light (indoor und outdoor). Das Arbeiten in der Natur mag ich besonders gerne, da die Umgebung einfach so unterschiedlich sein kann und man auch Stimmungen teils viel stärker ausdrücken kann, zum Beispiel durch das Wetter.

 

Welches Foto-Equipment begleitet dich bei beim Fotografieren in der Natur?

Digital fotografiere ich mit meiner Canon 5D Mark II und dem Canon 50mm/1.4. Analog nutze ich vor allem meine Hasselblad 500 c/m und Mittelformatfilme. Ab und zu bin ich auch mit Polaroid, Holga oder ähnlichem unterwegs, jedoch eher selten.

 

Und an Zubehör?

Ich habe einen Reflektor, sonst nutze ich aber keine Softbox, Blitze oder ähnliches.

 

Welche Erinnerung hast du an deine erste Spiegelreflexkamera?

Meine erste Spiegelreflexkamera war noch analog, eine Minolta Dynax 5D, die ich mir 2004 zugelegt habe. Damals habe ich noch vor allem Sportfotografie betrieben (Radsport) und sie hat mir dort gute Dienste geleistet. Der große Sprung war dann allerdings der Kauf der ersten digitalen Spiegelreflexkamera (Canon 10D), die mir so viele neue Möglichkeiten zum experimentieren eröffnet hat.

 

Mit der 10D kamen sicherlich die ersten Objektive hinzu. Sind davon heute noch welche im Einsatz?

Ich nutze heute fast nur noch das 50mm/1.4 von Canon. Damals hatte ich ein komplett anderes Einsatzgebiet mit der Sportfotografie, deshalb habe ich viele Objektive verkauft. Ein 17-40mm und ein 70-200mm befinden sich noch in meinem Besitz, ich nutze sie allerdings kaum noch. Auch ein Makroobjektiv habe ich mal gehabt, eventuell werde ich mir irgendwann mal wieder eins kaufen.

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Ein Großteil deiner  Modelle kommt aus deinem Freundeskreis. Sprichst du auch Menschen auf der Straße an?

Der Kontakt zu vielen meiner Models ist über diverse Modelseiten entstanden. Ich kannte sie bis dahin gar nicht und erst durch das Treffen und die Shootings sind sie zu Freunden geworden. Mit einigen habe ich auch mehrere Shootings gehabt und arbeite immer wieder gerne mit ihnen zusammen. Ich habe immer mal vor gehabt Menschen auf der Straße anzusprechen, aber diese Möglichkeit bisher doch noch nicht genutzt. Oft sprechen mich auch die Models selbst an und fragen per Email oder Facebook nach, ob ich mir ein Shooting mit ihnen vorstellen könnte.

 

Entscheidest du spontan, ob es zu einem Shooting kommt ?

Ich lasse mich von vielen Dingen in meiner Entscheidung leiten. Natürlich verlasse ich mich sehr stark auf meinen ersten Eindruck und ob der jeweilige Mensch für mich interessant erscheint. Was ich brauche, ist ein positives Gefühl, das in mir einfach das Interesse weckt diesen Menschen fotografieren zu wollen. Oft suche ich Menschen mit Charakter, die nicht unbedingt dem klassischen Model-Ideal entsprechen, sondern Ecken und Kanten haben, das macht es für mich spannend. Inzwischen kann ich durch die Erfahrung in den meisten Fällen sehr schnell entscheiden, ob die Modelle diese Kriterien erfüllen. Nur selten muss ich mir für die Entscheidung einige Tage Zeit nehmen.

 

Deine Modelle sind dezent geschminkt. Hat das einen Grund oder ist das dein Stil?

Ich denke, es lässt sich gut mit dem natürlichen Stil meiner Fotos verbinden. Bei den meisten Shootings sind die Modelle deshalb gar nicht oder nur minimal geschminkt. Für mich passt diese Natürlichkeit besser zu meiner Bildsprache und es lenkt nichts vom Model ab. Ab und an experimentiere ich aber auch gerne mit Make-Up und Farben. Mein Hauptaugenmerk liegt allerdings auf der natürlichen Schönheit meiner Modelle, die ich möglichst unverfälscht präsentieren möchte.

 

 

 

Hast du Vorlieben, was das Model angeht?

Ich bevorzuge den natürliche Typ Frau, der sich auch ohne Sonnenstudio und Massen an Make-Up wohlfühlt in seiner Haut. Das passt wiederum zu meinem Bildstil. Ich mag es, wenn die Modelle auch ihre Eigenheiten und Charaktergesichter haben. Das macht es für mich spannender zu fotografieren, als ein glattes Beautygesicht. Deshalb mag ich auch Dinge wie rote Haare oder Sommersprossen bei Modellen sehr gerne. Sie geben den Ergebnissen oftmals eine ganz persönliche Note und faszinieren mich immer wieder aufs Neue.

 

Wieso finde ich bei dir keine Aufnahmen mit männlichen Modellen?

Das ist eine gute Frage, die ich mir auch selbst des Öfteren stelle. Mir fällt aber auf, dass mich seltener männliche Gesichter beeindrucken als weibliche. Es gibt wenige Ausnahmen, aber generell faszinieren mich die weiblichen Gesichter, die ich zum Beispiel auf Modelseiten sehe, sehr viel mehr und ich finde es spannender sie zu fotografieren. Ich habe aber durchaus vor, das in absehbarer Zeit zu ändern und auch mal männliche Modelle vor meine Kamera zu bekommen.

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