Dominic Pencz

Dominic Pencz ist ein junger und erfolgreicher Fotograf aus dem Raum Stuttgart, der sich auf die Konzertfotografie spezialisiert hat. Seine Fotos erschienen bereits in diversen Print- und Onlinemedien sowie bei nationalen und internationalen Künstlern.  In unserem ersten Interview 2014 stellen wir euch den sympathischen und „musikverrückten“ Dominic etwas genauer vor. Er erzählt euch von seinen persönlichen Begegnungen mit Sport und Musik, von den Schwierigkeiten, die die Konzertfotografie mit sich bringt, und von Rockstars, die auch ganz normale Menschen sein können. Verfolgt die Karriere des ehrgeizigen und leidenschaftlichen Fotografen von seinen Anfängen bis zu seinen jetzigen Erfolgen, und erfahrt mehr über seine Zukunftspläne.

Dominic Pencz

Hallo Dominic, erzähl doch mal ein bisschen was über dich.

Hallo erst mal, also mein Name ist Dominic Pencz, und ich komme aus der Nähe von Stuttgart. Genauer gesagt komme ich aus der Schäferlaufstadt Markgröningen. Ich bin 20 Jahre alt und bin ein lustiger, aufgeschlossener und musikverrückter Mensch. Zur Zeit besuche ich die Kolping Akademie in Fellbach und absolviere im Sommer eine Ausbildung im Profil Foto. In meiner Freizeit gehe ich gerne mit meinen Freunden weg und höre sehr viel Musik.

Spaß am Leben ist für mich genau so wichtig wie meine Familie, meine Freunde, die Fotografie und last but not least die Musik.

Im Moment gebe ich zweimal wöchentlich je zwei Stunden einen Fotografiekurs an einer Realschule und an einem Gymnasium. Die Arbeit mit Jugendlichen macht mir sehr viel Spaß, und ich freue mich, meine Erfahrungen und mein Wissen an Interessierte weitergeben zu können.

 

Wie bist du denn zur Fotografie gekommen?

Ich habe relativ früh angefangen zu fotografieren. Durch meinen Opa bin ich auf den Geschmack gekommen. Er selbst hat auch gerne fotografiert. Aber was mich genau dazu gebracht hat, kann ich nicht wirklich sagen. Ich wusste schon immer, dass das Fotografieren einmal zu meinem Leben gehören wird. Angefangen habe ich, indem ich verschiedene Gegenstände kombiniert habe, mich von alltäglichen Lebenssituationen inspirieren ließ und diese dann fotografiert habe. Später habe ich bei den Bietigheim Steelers fotografiert, bei denen ich damals auch gespielt habe. Nach und nach hat dann alles seinen Lauf genommen, und darüber bin ich sehr glücklich und dankbar.

Corey Taylor Slipknot (Stonesour)

Wie man deinen Bildern entnehmen kann, hast du dich auf die Konzertfotografie spezialisiert. Was reizt dich daran?

Ich habe früher häufig auf kleinen Jugendhauskonzerten fotografiert, an denen ich meist auch mit meiner Band teilnahm. So hatte ich die Gelegenheit, Neues auszuprobieren und mich langsam an das Thema Konzertfotografie heranzutasten. Bekannterweise ist es nicht leicht, in der kurzen Zeit, die man bei großen Produktionen zu Verfügung hat, gute Bilder zu schießen. Oft hat man schlechtes Licht, oder man darf laut Vertrag im Extremfall nur einen Song fotografieren. Der bekannteste Satz in der Konzertfotografie ist: „Three Songs, no flash!“ Das bedeutet, man hat drei Songs Zeit, um ohne Blitz zu fotografieren. Es ist wichtig, ganz bei der Sache zu sein und kleinste Emotionen, die auf der Bühne stattfinden, auf einem oder mehreren Bildern festzuhalten. Wenn ich heute einmal ohne meine Kamera im Gepäck auf einem Konzert bin, und das Licht geht aus, greife ich automatisch zu meinen Ohrstöpseln und zu meiner Kamera. Das ist wohl ein Zeichen dafür, dass ich immer ganz bei der Sache bin. Es ist eine gute Kombination, meine zwei Leidenschaften zu verbinden. Musik ist für mich sehr wichtig, wie oben schon beschrieben.

 

Deine „Sportart“ beherrschst du gut. Hast du Vorbilder (Fotografen), die dich inspirieren?

Erst einmal danke für das Kompliment. Natürlich habe ich Vorbilder, aber „inspirieren“ würde ich nicht wirklich dazu sagen. Denn viele meiner Lieblingsfotografen machen beziehungsweise machten nie Konzertfotografie, Sport oder Ähnliches. Von einem Fotografen habe ich aber gelernt, immer dabei zu bleiben und nicht aufzugeben, falls etwas einmal nicht auf Anhieb gelingt. Bob Gruen meinte auch, dass man nie die Stars und Musiker nerven, sondern einfach locker und cool mit ihnen umgehen solle, dann hätten sie auch Spaß, und die gemeinsame Zeit wird lockerer. Zu meinen Lieblingsfotografen gehören: Ansel Adams, Bob Gruen, Dennis O’Regan, Kristian Schuller, Martin Schoeller, Richard Avedon und Henri Cartier-Bresson. Das sind aber nicht alle, nur mal ein paar Beispiele.

Bon Jovi

Lena (2011)

Woher bekommst du eigentlich deine Aufträge? Wer zählt zu deinen Kunden?

Das ist relativ unterschiedlich. Manchmal arbeite ich für Printmedien sowie Onlinemedien. Meine Kunden sind auf der ganzen Welt verteilt. Es zählen Bands wie Iron Maiden und Scorpions dazu; oder Magazine wie Bild, Stuttgarter Zeitung und diverse Musikmagazine; oder Verbände und Sportvereine wie der FC Bayern München, der VfB Stuttgart oder die deutschen Eishockey- und Volleyball-Nationalmannschaften.

 

Lernst du denn so bekannte wie Bands wie Iron Maiden oder Scorpions auch mal persönlich kennen, oder bleibt es nur beim Fotografieren?

Iron Maiden habe ich bisher noch nicht kennengelernt, von den Scorpions hingegen habe ich schon Klaus Meine und den Bruder von Rudolf Schenker, Michael, kennenlernen dürfen. Es kommt immer darauf an, wo man sich befindet, um die Bands kennenlernen zu können. Bisher hatte ich das Glück, viele Musiker kennenlernen zu dürfen und mit manchen sogar ein Bierchen zu trinken. Der letzte war der ehemalige Schlagzeuger von Whitesnake und Billy Idol. Zusammen haben wir nach einem Workshop in Ludwigsburg in einem Rockpub ein paar Bier getrunken. Man kann aber nicht davon ausgehen, dass man nur mit Stars zu tun hat, wenn man den Beruf ausübt. Oft ist es situationsbedingt, und es passiert meist spontan.

 

Kannst du dich noch an die erste Band erinnern, die du fotografiert hast? Wie war das?

Also mein allererstes Konzert war Just Priest, eine Judas Priest Coverband, im Jahr 2007 oder so. Der damalige Gitarrist hieß Tom Naumann, und ihn kenne ich seitdem und fotografiere ihn immer, wenn ich ihn auf der Bühne sehe. Zu manchen Musikern baut man auch eine Freundschaft auf, das finde ich auch sehr toll, da man viele Menschen aus allen möglichen Bereichen kennenlernt. Es war sehr spannend, aber ich wusste nicht wirklich, auf was ich alles achten musste und welche Einstellung ich benutzen sollte. Am Ende hat dann doch alles geklappt. Wenn ich mir die Bilder heute anschaue, muss ich schon ein wenig grinsen.

 

Welche ist deine Lieblingsband? Hattest du bereits das Glück, sie zu fotografieren?

Meine absolute Lieblingsband ist Kiss, keine Frage. Ich hatte das Glück, dass ich den Kiss-Fotografen kennenlernen durfte, und somit war es einfacher, an die Chance, die Band zu fotografieren, ranzukommen. Es hat viele Anläufe gebraucht und leider auch viele Absagen wie zum Beispiel in Stockholm bei dem Tourstart der Monstertour oder in Berlin. Aber in Zürich hat es dann geklappt, Kiss fotografieren zu können. Nach dem Konzert hatte ich gemeint, am Höhepunkt seiner Karriere sollte man doch bekanntlich aufhören – aber das wäre bei mir ein bisschen arg früh =)

Paul Stanley (KISS)

Gene Simmons (KISS)

Aus welchen Elementen besteht dein Equipment?

Ich fotografiere ausschließlich mit digitalen Profi-Spiegelreflexkameras. Alle Kameras und ein Großteil meines Fotoequipments kommen aus dem Hause Canon. Nebenbei fotografiere ich auch gerne mit alten analogen Spiegelreflexkameras, deren Filme ich selbst entwickle.

Gerade bei Konzerten ist es wichtig, lichtstarke Objektive im Einsatz zu haben.

Ich verwende ebenfalls ausschließlich Speicherkarten von Lexar. Am Computer arbeite ich mit Adobe Software. Mein komplettes Equipment ist auf meiner Homepage aufgelistet.

BB King

Du hast ja in deinen jungen Jahren schon einiges erreicht. Wie kam es dazu?

Das ist eine gute Frage. Ich denke, das liegt vor allem an meiner Liebe zur Fotografie und natürlich zur Musik. Mein Ehrgeiz hat mir ebenfalls sehr bei meinem bisherigen Weg als Fotograf geholfen. Natürlich braucht man in dem Business wie auch anderswo viele und gute Connections; man sollte sich gut vermarkten können, seine Bilder sowie sich selbst.

Wenn man gerade anfängt, kann man nicht erwarten, dass man gleich für Weltstars arbeitet oder sie ablichtet. Es ist ein langer und manchmal auch steiniger Weg.

Ich habe am Anfang versucht, jeden Konzertveranstalter anzuschreiben und ihn zu fragen, ob ich Bilder machen könnte auf einem Konzert, die er dann natürlich auch kostenlos von mir bekommen würde. Ein paar Akkreditierungen  klappten, viele nicht. So ist das nun mal, wenn man keine Referenzen, kein Medium oder gar keinen Namen hat. Es ist wichtig, am Ball zu bleiben, sich weiterzubilden, viele Kontakte zu knüpfen, immer wieder zu probieren und seine Chancen zu nutzen.

Dream Theater

Rita Ora

Was zeichnet denn aus deiner Sicht ein gutes Foto aus?

Wie in einem Schulprojekt kann ich nur dazu sagen, dass es für mich kein „gutes Foto“ gibt, denn ein Foto ist immer gut – es liegt nur in der Auffassung des Betrachters. Ein bekannter Fotograf hat einmal gesagt, „ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.“ Da, finde ich, hat er genau die richtigen Worte gefunden. Jedes Bild erzählt eine Geschichte oder bringt Emotionen rüber. Es ist wichtig, dass man Emotionen und Gedanken in dem Bild wiederfindet. Ich persönlich finde auch nicht alle Bilder gut, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

Für mich sollte ein gutes Bild ausdrucksstark sein, und ich muss fühlen, was in diesem Augenblick passiert ist. Ob in Farbe oder in Schwarzweiß, das entscheidet jeder für sich selbst. Ich selbst verwende beides sehr gerne. Natürlich ist es auch wichtig, die richtigen Lichteinflüsse und Techniken anzuwenden, damit ein für mich sehr gutes Ergebnis dabei herauskommt. Jeder Fotograf hat seinen eigenen Style, wie er ein Bild aufnimmt und es bearbeitet. Mit den Jahren bekommt man Routine und das gewisse Know-how, was auch in den Bildern sichtbar wird.

Udo Lindenberg

Hast du schon eine Idee, wohin es dich nach der Schule verschlagen wird?

Ich habe den Plan, ab Dezember 2014 für erst einmal drei bis vier Jahre in die USA zu gehen, um dort bei zwei bekannten Fotografen zu arbeiten. Die Namen kann ich hier noch nicht veröffentlichen, aber ich freue mich schon riesig auf die Zeit in New York. Nebenbei möchte ich das tun, was ich die letzten Jahre schon gemacht habe: Bands fotografieren. Ich habe das Glück, mein Hobby und meine Leidenschaft zum Beruf gemacht zu haben.

 

Hast du Tipps für andere Fotografen, oder möchtest du ihnen etwas mit auf den Weg geben?

Als erstes kann ich dazu sagen, dass ich ein Fotograf bin, der anderen gerne hilft, wenn sie Probleme haben. Es gibt genügend Fotografen, die sagen, „nein, verrat ich nicht, wie ich das mache“, und so weiter. Ich denke, wenn man anderen hilft, kann man auch von anderen Hilfe bekommen. Im gegenseitigen Helfen und Unterstützen kann der eine oder andere seine Wissenslücken schließen. Ich glaube, man kann nie genug dazulernen. Also, wie gesagt, wenn jemand Fragen hat, kann er sich gerne an mich persönlich wenden. Ich nehme mir dann gerne die Zeit und versuche, allen bei ihren Anliegen zu helfen, sofern ich weiterhelfen kann =). Bleibt einfach dran, euren Traum zu verwirklichen, und gebt nicht auf, seid offen gegenüber anderen Menschen, und bleibt, wie ihr seid.

 

Du hast das letzte Wort.

Ich möchte mich herzlich bei dir bedanken für das sehr tolle Interview, es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Vielleicht hat nun der eine oder andere ja Gefallen an der Konzertfotografie gefunden und möchte in Zukunft mehr daraus machen. Wenn jemand Fragen oder Tipps möchte, kann er sich gerne bei mir melden. Meine Kontaktdaten stehen auf meiner Homepage www.pencz-art.com

Klaus Meine (Scorpions)
Doug Aldrich (Whitesnake)

David Coverdale (Whitesnake)