Jochen Abitz

2FACH.COM besteht aus zwei Freunden und Kollegen, die gemeinsam den Spaß am Fotografieren ausleben. Thomas Sporleder und Jochen Abitz, beide gelernte Schriftsetzer, leben und arbeiten südlich von Hannover. Berufsbedingt gab es schon immer eine Affinität zu Fotos und deren Bearbeitung, aber erst die gemeinsame Teilnahme an einem Studio-Workshop, den ein gemeinsamer Freund durchführte, entfachte die Leidenschaft und die Freude an der Menschenfotografie. „Für uns ist der Mensch in einem Foto ein lebendiger Faktor. Ein Mensch kann mit seinem Ausdruck und seiner Ausstrahlung auf den Betrachter wirken. Meist geben wir nicht vor wie die Stimmung sein soll, sondern suchen direkt beim Fotografieren interessante Perspektiven und Momente. Das macht es spannend und wir lassen uns da gerne überraschen. Seit über einem Jahr sind wir hauptsächlich analog unterwegs, weil die Fotos einfach schöner sind“, sagt Abitz.

 

 

 

 

Wie kam es zu eurer Zusammenarbeit?

Wir waren Arbeitskollegen und als ich anfing mich für die Fotografie zu begeistern, fanden wir darin ein gemeinsames Interesse. Ein Studio-Workshop eines guten Freundes brachte uns zur Fotografie von Menschen.

Warum ausgerechnet Fotografieren?

Als gelernte Schriftsetzer sind wir den Umgang mit Fotos gewohnt. Da liegt das Ganze nicht allzu weit entfernt. Ein weiterer Punkt ist das kreative Potenzial der Fotografie. Eine Kamera ist nur ein Werkzeug und dieselbe Kamera in zwei verschiedenen Händen sind zwei verschiedene Sichtweisen und deren Interpretation. Kann es etwas Spannenderes geben?

Wie wichtig ist es, Teamgeist zu haben, wenn es um Professionalität geht?

Wenn man zusammen fotografiert, dann geht es nicht ohne. Da wir nicht gleichzeitig fotografieren, sondern möglichst jedes Set abwechselnd, agieren wir als Team. Automatisch schaut man bei dem anderen, ob alles stimmt oder vielleicht etwas geändert werden könnte, damit es noch besser wird. Das Zusammenarbeiten hat großen Einfluss auf unsere Fotos, denn jeder von uns trägt etwas zum Ergebnis bei.

 

 

Wie würdet ihr jemandem euren Stil beschreiben, der keine Ahnung von Kunst hat?

Kunst ist etwas hoch gegriffen. Wir versuchen eher die Fotos zu machen, die wir mögen. Und das können ganz einfache, sehr natürliche Bilder sein oder auch visuell sehr starke. Hauptsache sie wirken beim Betrachter und langweilen ihn nicht. Man könnte unsere Bearbeitung der Fotos als Stil beziehungsweise Stilmittel sehen. Wir mögen es, dadurch einen eigenen Look zu erzeugen. Auch komponieren wir oft durch den Sucher anders. Da kann schon mal eine Hand oder der halbe Kopf dran glauben. Wenn es für uns insgesamt gut aussieht – warum nicht?

Ist die Arbeit zwischen euch gerecht aufgeteilt? Und wenn nein, wieso?

Nein. Jedes Set ist anders und manchmal fand man das Set des Anderen interessanter und hätte dort ebenfalls gerne Fotos gemacht. Das wechselt aber bestimmt gerecht hin und her. Ebenso bearbeitet jeder seine Fotos selbst. Das ist uns auch wichtig, da so jeder sein Ding machen kann.

Was ist dein/eurer größtes berufliches Ziel? Wo seht ihr euch in zehn Jahren?

Das größte Ziel ist es wohl für jeden, das ausüben zu dürfen, was einem selbst gefällt und einen ausfüllt. Unsere Leidenschaft sind tolle Editorials in Zeitschriften und Fotostrecken in Modekatalogen. In zehn Jahren könnten wir mit etwas Fleiß unsere Arbeit dort eventuell belohnt sehen. Aber zehn Jahre sind eine lange Zeit.

 

 


 

Stellt euch vor, ein Klient möchte, dass ihr eine langweilige Flasche Wasser in Szene setzt.
Was würdet Ihr machen?

Ich denke, wir würden versuchen sie lebendig werden zu lassen und sie mit einem oder mehreren Menschen in Verbindung bringen, bevorzugt auch auf eine ungewöhnliche Art und Weise. Zweckentfremdet oder gar witzig. Auf jeden Fall würden wir versuchen zu überraschen. Ein Gegenstand für sich alleine wirkt für uns häufig unattraktiv.

Wer fällt dir als erstes ein, wenn man sagt „Godfather of Photography“?

Für mich ist es Peter Lindbergh.

Künstler sein, bedeutet mehr, als nur ein paar Skills zu haben, die andere nicht haben. Was ist so einzigartig an dir/euch?

Gegenüber vielen Anderen haben wir durch unseren Beruf den Vorteil, nicht nur mit Fotos, sondern auch mit Text gestalten zu können.

Das perfekte Bild – Momentaufnahme oder lange Vorbereitung?

Das perfekte Bild kann aus beiden Situationen entstanden sein. Man kann auch einfach mal Glück haben und einen tollen Moment erwischen. Street-Fotografie ist ein gutes Beispiel für tolle Fotos, die aus einem Moment entstanden sind und im besten Fall auf den Punkt passen. Eine lange Vorbereitung spielt in unserer Fotografie eine untergeordnete Rolle. Zwar sind oft die Rahmenbedingungen geplant, aber wir lieben es die Location auf uns wirken zu lassen und dort relativ spontan zu improvisieren. Oft ist es daher eher eine Momentaufnahme aus dem Ergebnis einer längeren Vorbereitung.


Portfolio Jochen Abitz & Thomas Sporleder  2Fach.com