Kevin McElvaney und sein Projekt „Agbogbloshie“

Kevin McElvaney bildet bei seinem Projekt „Agbogbloshie“ die bedrückende Atmosphäre in Ghanas gleichnamigem Stadtteil ab. Er fängt fotografisch ästhetisch eine Tristesse ein, die verstört. Porträt eines Fotografen und seiner in sich kontroversen Fotoserie.

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-Artikelbild

Am 6. und am 7. Juni findet in Hamburg, in der Warnholtzstraße 4, die Ausstellung zu Kevin McElvaneys Fotoserie Agbogbloshie statt. Hierbei präsentiert der Hamburger Fotograf die Aufnahmen, die er im September 2013 in Ghana gemacht hat und die schon in etlichen internationalen Medien zu sehen waren. So sind beispielsweise Die Zeit, Al Jazeera, FOX, Der Stern, Afrika Outlook, The Guardian oder die Daily Mail bereits auf McElvaneys Serie eingegangen.

Wichtiger Hinweis: Die Ausstellung startet zwar in Hamburg, doch sollen deutschlandweit viele weitere Stops folgen mit dem Ziel, die katastrophale Situation in Agbogbloshie bekannter zu machen. Durch die Sensibilisierung der Menschen für dieses Müllproblem erhofft sich McElvaney, dass ein Umdenken bei uns stattfindet, welches wiederum den Druck auf Verantwortliche (Hersteller der Geräte), Mitverantwortliche (Recyclingfirmen) und Entscheidungsträger (Politiker) steigen lässt.

In diesem Zusammenhang kann JEDER Interessent die Ausstellung in seine Stadt bringen (egal ob Schule, Uni, Galerie, Halle, etc.). Bei Interesse sendet euren Vorschlag bzw. euer Konzept einfach an hallo ( at ) derkevin.com.

 

Die Fotoserie

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-13

Zu sehen sind bei „Agbogbloshie“, nach einem einheitlichen Muster aufgebaut, stets Kinder und Erwachsene, die inmitten einer postapokalyptisch anmutenden Landschaft stehen. Umgeben von Müll, Schrott, Dreck und brennenden Abfällen findet sich der Betrachter wieder. Bedrückend wirken die Szenarien, die McElvaney abbildet. Sehr unwohl wird einem beim Blick auf diese bizarren Porträts der vermutlich größten Elektroschrott-Mülldeponie der Welt, der im Volksmund wohl auch wegen der hohen Kriminalität Sodom und Gomorra genannt wird. Laut Mike Anane, einem ghanaischen Umweltjournalisten und Kämpfer gegen die illegalen Elektroschrottlieferungen aus den Industrieländern, sollte man sich höchstens zwei Stunden auf der Müllhalde aufhalten, wenn man ohne gesundheitliche Schäden davonkommen will – Anane wird übrigens auch bei McElvaneys Ausstellung in Hamburg erwartet.

Und obwohl die dargestellte Landschaft geprägt ist von abstoßendem Elend, wirken die Protagonisten auf den Bildern meist selbstsicher. Sie scheinen sich nicht nur mit ihrer Situation abgefunden zu haben, sondern diese auch ganz bewusst zu überschauen und zu meistern. Jedoch möge jeder Betrachter selbst die Intensität, die Widersprüchlichkeit, die Zerrissenheit und die gleichzeitige Festigkeit der Fotografien beurteilen.

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-01

 

Der Fotograf

KevinMcElvaney

Eigentlich war die Fotografie nicht grundsätzlich Kevin McElvaneys großer Wunsch. Der Hamburger studierte daheim an der Elbe BWL und verdiente sich seinen Lebensunterhalt freiberuflich bei Werbeagenturen. Über diese Jobs kam er sowohl deutschlandweit herum als auch 2010 zur Fußball-WM nach Kapstadt. Irgendwann kam ihm bei den vielen Reisen der Gedanke, dass er seine Eindrücke gern bildlich festhalten würde. Deswegen legte er sich 2010 eine DSLR zu. Nachdem er anfänglich nur hobbymäßig und häufig wahllos herumknipste, kamen irgendwann von selbst Anfragen und Jobangebote. Dabei stellte McElvaney fest, dass die Fotografie ja tatsächlich mehr als nur brotlose Kunst sein kann. Seine ersten wirklich einträglichen Engagements waren Shootings von Wassersportevents für Red Bull. 2013 entschied sich der Hamburger dann dafür, die Fotografie tatsächlich zum Beruf zu machen – oder es zumindest für einen gewissen Zeitraum auszuprobieren. Seitdem fotografiert er sich durch etliche Genres. Von Event-Shootings über Musik und Werbung bis hin zur Dokumentation. Am meisten interessieren ihn dabei Reportagen und die Darstellungen von interessanten Personen.

 

Die Bilder

Und dass ihm diese Bereiche auch besonders gut liegen, lässt sich unschwer an seiner Agbogbloshie-Serie erkennen:

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-15

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-14

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-12

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-11

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-10

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-09

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-08

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-07

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-06

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-05

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-04

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-03

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-02

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-19

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-18

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-16

Agbogbloshie-KevinMcElvaney-17

Weiterführende Links: