Thomas Seifert

“Im Westen nichts Neues” bekommt in Anbetracht der Tatsache, dass der Thüringer Fotograf, Thomas Seifert, einen eigenständigen, unerwarteten Weg in der „contemporary photography“ geht eine neue Bedeutung. Den Fokus auf der Fashion- und Beautyfotografie, erzeugt Thomas Seifert Augenblicke, die den Betrachter anhalten lassen. Außergewöhnliche Extrakte eines Augenblicks mit fast manischer Detailgetreue ziehen den aufmerksamen Beobachter in den Bann und lassen ihn zum Bestandteil einer inszenierten Gesamtheit werden. Schon öfters hat er uns mit einer völlig neuen Betrachtungsweise der Dinge überrascht und wir freuen uns jedes Mal auf‘s Neue, wenn Thomas eine seiner Produktionen veröffentlicht. Trotz seiner internationalen Ausrichtung bleibt er seiner Region treu und arbeitet so oft es geht in seiner direkten Umgebung. Halten Sie die Augen offen, vielleicht begegnen sie Ihm mal an einem unerwarteten Platz bei der Arbeit.

 

 

 

 

Was bewegt dich dazu, die Kamera in die Hand zu nehmen und zu fotografieren? Was ist deine Motivationsquelle?

Da gibt es diesen innerlichen Drang, einfach etwas Neues entstehen zu lassen, dabei immer neue Sachen auszuprobieren und sich weiterzuentwickeln und natürlich auch zu lernen. Wenn man das nicht macht, so finde ich, bedeutet das Stillstand im Leben. Und das ist genau das, was ich nicht möchte.

Welches deiner Genres macht dir am meisten Spaß zu fotografieren?

Ich liebe es im Sommer draußen zu fotografieren und das natürliche Licht der Sonne in meine Bilder einzuarbeiten. Outdoor hab ich außerdem die Möglichkeit, das Model in die Umgebung zu integrieren. Und es gibt doch auch nichts Schöneres, als die Arbeit mit den schönen Dingen im Leben zu verbinden.

Wie schwer ist es, Gegenstände in Szene zu setzen?

Dazu fällt mir gerade der bekannte Witz über einen Bildhauer ein. „Ist es schwer, eine Löwenstatue zu meißeln? Antwort: Nein, überhaupt nicht. Man nimmt einfach einen großen Marmorblock und meißelt alles weg, was nicht nach Löwe aussieht…“ So ähnlich würde ich das auch beim Fotografieren sehen. Entscheidend ist, dass man das, was man macht auch gut findet und dass man seinen eigenen Anspruch mit der Zeit auch immer weiter nach oben schraubt. Der Rest ergibt sich einfach.

 

 

Würde jemand dir die Kamera wegnehmen – was wäre Plan B in deinem Leben?

Die Frage kann ich sehr einfach beantworten. Die Bildretusche war schon immer meine zweite Leidenschaft in diesem Business. Die einen schaffen sich eine Briefmarkensammlung an oder entspannen sich in Ihrem Schrebergarten und für mich gibt es nichts Schöneres, als am Abend Bilder zu retuschieren. Das hat für mich schon von Beginn an zum Fotografieren dazu gehört, also warum sollte es nicht der Plan B sein.

Wie bist du zu dieser Fashion-Leidenschaft gekommen?

Das Ganze war irgendwie eine logische Schlussfolgerung. Wenn man anfängt Models zu fotografieren, kommt recht schnell der Punkt, an dem deren privaten Kleidungsstücke und Accessoires nicht mehr ausreichen, um die gewünschten Ideen umzusetzen.
Und nebenbei gesagt: Ich liebe Fashion und Shopping.

Du hast auf deiner Homepage auch eine Ausschreibung für neue Stylisten und Designer. Nach welchem Verfahren wählst du die richtigen Partner aus?

Mir müssen die Arbeiten der Designer auf der einen Seite rein subjektiv gefallen. Ich mag es sehr gerne ausgefallen und auch Avantgarde. Natürlich muss auch alles Weitere zusammen passen: die entsprechende Idee, das Model und die Locations. Und natürlich darf man auch nicht die zwischenmenschliche Kommunikation zwischen allen Parteien unterschätzen. Die besten Ergebnisse entstehen doch genau dann, wenn man mit seinen Kollegen auf einer Wellenlänge liegt, oder?

 

 

Was ist die Quelle deiner Inspiration?

Da wären Fashions-Ads, Modezeitschriften, wie Vogue oder Elle, viele Fashion-Blogs und Portfolios bekannter Fotografen. Die Tush darf man natürlich nicht vergessen. Ein nacheiferndes Vorbild habe ich selbst nicht.

Läuft bei deiner Arbeit Musik im Hintergrund?

Wenn beim Fotografieren die Musik im Hintergrund läuft, ist das ok. Ich selbst brauche das aber nicht, eher die Models, um lockerer zu werden. Beim Retuschieren laufen bei mir immer TV-Serien im Hintergrund. Für richtiges Fernsehen habe ich nicht die Zeit.

War es schon immer dein Wunsch Fotograf zu werden?
Ich bin kein Mensch, der sein Leben Jahre lang im Voraus plant. Ich lasse mich einfach vom Leben führen und schaue, was es mit sich bringt.

Stell dir vor, du müsstest dich zwischen Familie & Glück oder Geld & Ruhm entscheiden.
Was wählst du und wieso?

Darf ich diese Frage etwas umformulieren? Arbeiten zählt für mich genauso zum Glücklichsein wie mein privates Umfeld. Und Geld sehe ich eher als Mittel zum Überleben an. Geld war nie der Antrieb, warum ich fotografiere. Unter einer eigenen Familie verstehe ich einen Partner, der meine Karrierewünsche im vollen Maße unterstützt und dies auch versteht und möglichst genauso denkt. Über Kinder möchte ich zur Zeit noch nicht nachdenken. Wenn ich mich wirklich zwischen Familie und Ruhm entscheiden müsste, wüsste ich jetzt selbst nicht, wie ich mich entscheiden würde.

Was war dein erstes Foto ?

Das kann ich so gar nicht mehr beantworten. Im Laufe der Zeit sind so viele Bilder entstanden. Selbst die Archive meines Rechners reichen nicht mehr so weit zurück. Aber warum in der Vergangenheit schwelgen? Fragen wir lieber nach dem nächsten Bild.

 

 

 

Thomas Seiferts Portfolio