Thorsten Rother

Ob People, Transportation, Landscape oder Corporate – Thorsten Rother bedient viele Themenfelder. Seit 2001 als freier Fotograf tätig, zählt er vorwiegend Kunden aus der Werbung oder dem Editorial zu seinen Auftraggebern. Sein Arbeitsschwerpunkt hat sich seit Einführung der Filmfunktion in den DSLR-Kameras stark verändert. Thorsten fotografiert gleichermaßen Printpublikationen und dreht Bewegtbilder für Apps, YouTube-Kanäle, Online Medien und das Fernsehen. Unterstützt wird er stets von seinem Team.

 

 

 

 

 

 

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Bei mir war das eher Zufall. Ich habe früher was  ganz anderes gelernt und war als Geschäftsführer beziehungsweise Gesellschafter einer Event-Agentur unterwegs. Für diese wollten wir einen Katalog fotografieren lassen. Wir habe dann eine Werbefotografin aus Hamburg angefragt. Da ich damals überhaupt kein Preisgefühl für solche Dinge hatte, bin ich fast vom Stuhl gefallen, als das Angebot per Fax kam. Der erste Gedanke war: Das mach ich selber, wird schon nicht so schwer sein.
Weit gefehlt! Die Ergebnisse waren, gelinde gesagt, schwer zu ertragen, aber so bin ich zur Berufsfotografie gekommen.

Welches deiner Genres macht dir am meisten Spaß zu fotografieren?

Ich würde mich da nicht entscheiden wollen. Die Abwechslung und Überschneidungen der einzelnen Themen halten den Job interessant.

Wie schwer ist es, Gegenstände in Szene zu setzen?

Autos sind bei meiner Arbeit immer eine Herausforderung, allerdings sind Menschen meiner Meinung nach schwerer festzuhalten. Ein Mensch ist kein berechenbarer Faktor.

 


 

Du arbeitest mit einem Agenten. Welche Vorzüge ergeben sich dadurch?

Ein Agent ist bei einem gewissen Karriere-Level in der Regel sehr wichtig. Er hat gute Kontakte in die Branche und kann im Hintergrund die Strippen ziehen, wenn du selbst bei der Arbeit bist. Das ganze Management professionalisiert sich dadurch.
Die Zusammenarbeit ist ein Geben und Nehmen, das sollte man natürlich nicht vergessen.

Wie wichtig ist dir der finanzielle Aspekt deiner Arbeit und lässt es sich damit leben?

Da die Fotografie mein Beruf ist, behalte ich das Finanzielle schon im Auge. Geld ist zwar nicht das, was mich antreibt im Leben, aber eine gewisse Unabhängigkeit ist für meine Arbeit wichtig. Existenzängste sind für die Kreativität eines Fotografen Gift.
Die Honorare in den Bereichen Editorial und Werbung sind kleiner geworden in den letzten zehn Jahren, aber immer noch gut. Allerdings geht die Schere bei den Berufsfotografen schon weiter auseinander. Man bekommt mit, dass Anfänger immer weniger Chancen haben in den Markt zu kommen oder Etablierte, die sich nicht weiterentwickeln, auf der Strecke bleiben.
Einmal im Jahr nehme ich mir Zeit für eine umfangreichere Arbeit, die frei von Auftraggebern fotografiert wird. Das ist ebenfalls wichtig für mich, damit man sich weiterentwickeln kann. Außerdem möchte die Künstlerseele auch zum Zuge kommen. Manchmal lässt sie sich auch nachträglich veröffentlichen und deckt so die Kosten. Zumindest gibt es immer etwas Neues und Spannendes für das Portfolio her.

Aus welchen Elementen besteht dein Equipment?

Das sind viel Dinge. Also ich arbeite bei Fotoaufträgen mit drei Kameras und diversen Objektiven, vorwiegend Festbrennweiten. HMI(Arri)-Licht ziehe ich der klassischen Blitzanlage vor. Reines Tageslicht bei Locations, das über Reflektoren gesteuert wird, ist mir allerdings am liebsten. Dann sind immer zwei Rechner mit Monitor dabei und diverses Kleinzeug.

 

 

Welche Art von Mensch fotografierst du am liebsten?

Menschen, die wir frei gecastet haben, aus der U-Bahn oder auf der Straße.
Das ist immer ein sehr spannende Geschichte. Man weiß nie genau, was auf einen zu kommt.

War es schon immer dein Wunsch Fotograf zu werden?
Ja. Nein. Eher Jein.
Als ich von der Schule kam, habe ich einen Ausbildungsplatz als Fotograf gesucht und nicht gefunden. In der Zeit waren die Plätze Mangelware. Somit starb der Wunsch und ich bin halt was anderes geworden. Dass es sich dann nachträglich doch noch anders ergeben hat, war ein Glücksfall. So ist das mit Plänen: Es kommt immer anders als man denkt und dann doch wieder umgekehrt.

Kommt die Videofunktion deiner Kamera intensiv zum Einsatz? Wenn ja, wofür?

Das tut sie, ich filme heute fast genau so viel wie ich fotografiere. Als ich die erste HDSLR mit Filmfunktion in der Hand gehalten habe, hat sich für mich eine neue Welt aufgetan. Allerdings war am Anfang der Gegenwind aus der Branche zu dem Thema Foto & Film enorm. Eine Portion Sturheit, aber auch die Bereitschaft dazuzulernen hat Früchte getragen. Heute ist für mich die Diskussion durch, fast alle Medien sind Crossmedial unterwegs, viele Unternehmen wollen zu ihrer Print-Kampagne noch Bewegtbilder für SocialMedia, App oder Online dazu haben. Das sind interessante und lukrative Aufträge für einen Fotografen und zudem auch spannende Zeiten.

Dein erstes Foto war…. ?
..mit einer Kodak Instamatic. Ich war fünf Jahre alt. Urlaub. Bulgarien. Meine Eltern waren wohl sehr froh, dass ich beschäftigt war. Das Foto zeigt meine Eltern am Pool, wobei ich damals schon einen harten Anschnitt gewählt habe (lacht).

 

 

 

Torsten Rother    Portfolio